Accessoires, Wiener Menschen

All about Sandersen Chains

Modern, handgemacht, speziell und schön verarbeitete Elemente in bester Qualität – das beschreibt das Schmucklabel Sandersen perfekt. Sophie Andersen will mit ihren Stücken ihre Kunden glücklich machen. Diese Happiness und gewisse Magie, wenn ein Schmuckstück seinen Partner findet und ein Kunde ein Stammkunde wird sind Schlüsselsituationen dafür, dass Schmuck machen genau das ist, was sie machen möchte. Mehr zur lieben Sophie und Sandersen Chains findet ihr im Labelinterview!

Wie ist dein Label „Sandersen“ entstanden? Wie hat alles begonnen? Warum wolltest du ein Label gründen und Schmuck designen?

Ganz ursprünglich war Sandersen ein T-Shirt/Pulli Label. Habe schon immer eine große Leidenschaft am „produzieren“ bzw am etwas händisch kreieren gehabt. Statement Shirts waren damals sehr ‚in‘. Besonders schwarze Symbolik/Schrift auf weißem Hintergrund. Zu produzieren hat mir einen schönen Uni-Ausgleich verschafft. Damals habe ich Mode-journalismus studiert. So bin ich auch zu Abteilung Styling gekommen und habe viel bei Magazin-, Werbung- und Fernsehproduktionen mitgearbeitet.

Schmuck zu designen und zu produzieren hat für mich viel mit Freiheit zu tun. Schmuck ist Selbst-Wertschätzung. Sich zu schmücken ist ein wunderschöner Prozess, bei dem man sich selber besser kennen lernt, sowie auszudrücken lernt.

Alles was handwerklich ist, hat mich damals angezogen. Steine, besonders Kristalle und Metalle sind etwas faszinierendes und sehr spannendes für mich. Während dem Verarbeitungs-Prozess, hat man das Gefühl eine Art Meditation einzugehen – etwas zu kreieren, zu vervollständigen und zu erschaffen ist wundervoll. Es ist, wie wenn man Liebe, Leidenschaft, also ein Feeling in einen Gegenstand (in diesem Falle in Schmuck) umwandelt.

Mein eigener Herr zu sein, ist auch etwas was mich sehr  angetrieben hat. Habe selten soviel Glück, soviel Freude empfunden als wissentlich ein eigenes kleines Label zu führen. Selber entscheiden zu können wann man arbeitet und wann man Freizeit hat, wann man ein Buch liest, ist pures Glück. Die Liebe zum Design und der Produktion auch und die Sucht immer mehr lernen zu wollen 🙂

Was steckt hinter dem Namen Sandersen?

Im wörtlich-genommenem Sinn ergibt mein Vorname Sophie und Nachname Andersen – „Sandersen“. Ich wollte etwas internationales klingendes, etwas leicht auszusprechendes und einfaches zu merkendes. Auch fand ich schön, dass ein skandinavischer Klang mitschwingt. Meine Großeltern kommen aus Dänemark (deswegen Andersen) und das fand ich auch immer speziell. Und hoffe das man das heraushört 😉

Wann und wie kam das Interesse daran Schmuck zu machen? Warum nicht irgendetwas anderes?

Echtes Interesse Schmuck zu designen, zu produzieren und eine Brand, also einen wirklichen Job daraus zu machen, kam nach einer Phase der großen Überarbeitung, könnte man so sagen. Ich habe viel im Bereich Styling und Produktion gearbeitet und hatte nach 4 Jahren einen Drang zum Handwerklichen. Etwas mit den Händen zu gestalten ist einzigartig. Mein Vater, der einen Background im Bereich Schmuck Produktion hat, brachte mir ein paar erste Tricks bei. Eine Erinnerung die ich sehr ehre und wertschätze. Es war ein toller, ruhiger Nachmittag. Da sprang der Funke über.

Und ja Interesse ist wahrlich ein gutes Wort, denn ich bin noch immer interessiert zu lernen und zu verbessern – immer mehr mein Sortiment zu verstärken. Darauffolgend habe ich mir viele Videos zu Schmuckproduktion angesehen und dann gleich meine ersten Materialien bestellt. Kette, Jumprings, Zangen, Kristalle, Draht, Löt-Kolben, usw. Habe auf sehr natürliche Art einfach entschieden, dass ich das machen will :). Die ersten Gold-und Silberschmied Kurse waren extrem spannend und ich habe noch lange nicht ausgelernt. Die nächsten Schritte sind gießen und schmelzen.

Ich denke dies ist immer ein gutes Zeichen „das richtige gefunden zu haben“ wenn man Lust hat sich auf dem Bereich immer mehr weiterzubilden. 

Gab es irgendwelche Schwierigkeiten bei der Labelgründung?

Schwierigkeiten macht man sich immer nur selbst, habe ich gelernt. Schwierigkeiten oder Probleme sind nur dann welche wenn man sie zu welchen macht. Man muss gut lösen können und wollen, dann klappt eigentlich immer alles. Wenn man gut planen kann, sein Vorhaben gut durchdenken und eine gewisse Vorstellungskraft besitzt, ist es machbar.  Ein guter Tipp ist ein Business Plan vorab und Mut. Viel Mut.

Einfach machen, anfangen, sich hinein stürzen, Kontakte sammeln, um Hilfe bitten. Ich hatte zB keine Ahnung von Kodierung und programmieren und doch habe ich geschafft innerhalb von 4 Tagen einen Webshop letztes Jahr zum Leben zu erwecken. Hätte ich mir nie gedacht! Auch wichtig sind schon bestehende Vertraute in das Label mit einzubinden. Diese werden oft zu Kunden, die wieder Kunden mit sich bringen. Man darf einfach keine Angst haben anzufangen.

Das einzige was ich hatte war Zweifel, ob alles so rennen wird wie es sollte. Aber solange man Durchhaltevermögen besitzt und sich immer neu entwickelt will (und weiterentwickeln will, mit der Zeit gehen will) gibt es keine großen Probleme.

Wie sieht dein typische/r KundIn aus?

Ich habe eigentlich keine typischen Kunden. Alle sind sehr verschiedenen Alters (was mich mega freut!). Ich bemerke aber immer mehr, dass viele meiner Kunden „out of their comfort zone“ lebende Menschen sind – solche, die sich Sachen trauen, interessiert sind an neuen Designs.

Die gerne lachen – glückliche, freudige Menschen sind. Im Grunde sind sie zwischen 18 und 35 Jahren, mehr Frauen als Männer (obwohl viele Männer für ihre Frauen bei mir kaufen) und solche, die gerne eleganten aber auch etwas „frechen“ Schmuck mögen.

Worauf legst du besonders Wert bei deinen Kollektionen?

Wichtig für mich sind schöne Kristalle. Eines meiner Merkmale sind Swarovski-Steine, die ja eher in der auffälligeren Richtung liegen – sie glitzern und funkeln was das Zeug hält. Schöne Kristalle, gut verarbeitet mit Draht und deren Farben sind mir sehr wichtig. Im Moment sind „verspiegelte“ Kristalle sehr beliebt.

Auch soll das Sortimentaus einem Schneid sein“. Es soll stimmig wirken. Im Moment habe ich mein Sortiment, denke ich, sehr vervollständigt – es kommen aber immer wieder neue Designs dazu. Alle Basics habe ich im Moment bedient (Handchains, Bodychains, Choker, Necklaces) – also alles sehr in Richtung „Chains/Ketten“. Schöne Ketten sind meine Spezialität und auf dieser will ich aufbauen. Ebenfalls wichtig ist, Sets mit den Designs kreieren zu können – schön wenn einer Kundin gleich eine ganze Kombi gefällt. Im Moment liebe ich es, Silber und Roségold zu kombinieren – eine sehr spannende, „rebellische“ Kombi für mich.

Wie sieht so eine typische Produktion bei dir aus? Wie entstehen die neuen Stücke? Was ist dein liebster Produktionsschritt?

Mein liebster Produktionsschritt ist drauflos zu designen. Einen neuen, spannenden Ansatz zu finden. Erste, neue Kristalle zu verarbeiten.

Meistens schaut ein Produktionsweg aber ganz einfach aus – entweder ich bekomme eine Bestellung, oder ich bereite für eine Messe, einen Shop vor – fange an in „Klein-serien“ zu produzieren, also versuchen bei Produktions-Schritten zu sparen sozusagen, so spart man auch an Zeit.

Was inspiriert dich?

Keine „Schmuck/Mode“ Regeln, außergewöhnliche Kombinationen, Mut in der Mode und beim schmücken. Spezielle Accessoires an interessanten Orten zu tragen (Eine Brosche am Hut zB oder eine Bodychain als Kopfschmuck, ….) und Individualität zu zeigen. Ich finde das klassische Schmuckset (Kette, Armband, Ohrring, Ring) nicht interessant und versuche immer etwas neues, anderes zu finden –  „Tabus“ zu entdecken.

Auch inspirieren mich sehr orientalische/indische/festival/hippie Einflüsse. Schmuck ist dort in Bewegung, er gehört zum Leben dazu und wird nicht nur zu speziellen Anlässen getragen. Sondern vermittelt immer Leben. Und diese sehr traditionellen (zB Handketten aus Ägypten) oder großen Ornament-Stücke (viele kommen aus dem Orient) an dem europäischen Markt anzupassen, inspirieren mich.

Auch: Kristalle. Immer wenn ich einen neuen Stein in die Hand halte, weiß ich meistens gleich was ich zu tun habe und was ich mit diesem machen werde. Ich fühle mich zu Zirkonia, geschliffenen Kristallen, extrem hingezogen. Auch „Echt“-Kristalle natürlich, am meisten zu Amethyst und natürlich zu Diamanten. Aber das wird noch eine Weile dauern, bis ich diese verarbeiten kann.

Was macht für dich ein junges Label interessant (und erfolgreich)? 

Wenn es versucht wirklich SEINEN eigenen Weg zu gehen und nicht, wie viele anderen, probieren den „konformen“ Weg zu gehen. Out of the box, neuartige Marketing Strategien verfolgen, nicht immer nur auf das Unternehmensgequatsche der WKO hören. Ja es ist sehr gut und fantastisch Unterstützung in diesem Bereich und bei der Gründung zu haben und zu bekommen, aber es erschwert auch einiges. Egal ob jetzt Finanzamt, SVA oder die WKO. Oft ist es für ein junges Label sehr schwer Fuß zu fassen, da einfach keine Zeit gegeben wird und wir an den Fesseln/Handschellen unserer eigenen Unwissenheit leiden. Wir kennen uns nicht aus mit Steuererklärung & Co und werden dafür schulisch oder auch uni-technisch null vorbereitet.

Alleine durch diesen Denk- und Verständnis-Prozess gehen zu müssen, macht für mich ein Label erfolgreich, wenn diesen schafft zu bezwingen.

Aber wirklich erfolgreich macht ein Label seine eigene Zielführung und das Erreichung dieser Ziele. Jedes Brand hat ein anderes Ziel (Geld, Stammkunden, Bekanntheit, Produktionsverfahren zu entdecken, Vertriebswege auszuarbeiten, usw…) – wenn man dieses erreicht hat ist man erfolgreich. Aber am Ende des Tages, ist man erfolgreich, wenn man wirklich glücklich ist, das zu machen was man macht. 

Welche Pläne und Träume hast du für die Zukunft von Sandersen? Wie soll es weitergehen?

Eine schöne Frage. Ich finde es gut über Entwicklung zu sprechen und auch viel zu philosophieren. Unsere Welt ist so schnelllebig, viele Pläne ändern sich und was ein Traum heute ist, kann er gestern nicht mehr sein.

Konkret möchte ich eine starke Community aufbauen, eine „Sandersen Familie“ wenn man möchte. Die gute Qualität und Handgemachtes schätzt. Als auch als Inspirations-quelle dienen. Fotos und Stylings kreieren, die zum träumen anregen, zum denken. Die Freude bereiten und Lust machen sich anzuziehen und zu schmücken. Eine Welt in der „sich schmücken“, seinen Stil zu finden, gefeiert wird. Auch: Online ausbauen, neue Marketingstrategien (Guerilla Marketing !) Neue Locations für Märkte und Direkt-Verkauf ausprobieren. Menschen kennenlernen. Kooperationen erarbeiten. Coole Designs zu kreieren …. und noch viel mehr 🙂

Die außergewöhnlichen und wunderschönen Stücke von Sandersen haben euch beeindruckt? Dann findet ihr sie in ihrem Webshop, aber auch in zwei Shops in Wien. Dem „Wunderladen“ – einem Vintage Café Concept Store – und dem „The little black cat“ bei denen alltagstauglicher Hippie-Chic zu finden ist. Auch auf Messen und Märkten ist Sandersen zu finden, aber Sophie trifft sich auch sehr gerne direkt mit ihren Kunden. Privates Shopping sozusagen, wo sie auch gleich das gewünschte Stück auf euch anpassen kann!

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